Ghana-Tagebuch Teil 11: Der fast normale Wahnsinn

Nach dem Mittagessen, das sehr lecker gewesen ist, wollen wir aufbrechen, um Bismark zu besuchen, einen meiner Internetfreunde, der nicht weiß, dass ich nach Ghana gekommen bin.

Kofi geht hinaus auf die Straße, um ein Taxi anzuhalten. Ich will hinterher, aber die Mutter hält mich zurück und meint, ich solle noch warten. Hinter einer Mauer verborgen beobachte ich, wie Kofi mit dem Taxifahrer verhandelt. Irgendwann winkt er mich zu sich und wir steigen unter den überraschten Blicken des Fahrers in den Wagen. Kofi erzählt mir später, dass die Fahrer wesentlich mehr Geld verlangen, wenn Weiße mitfahren. Da der Preis aber generell vor Antritt der Fahrt ausgehandelt wird, kann der Fahrer nun nichts mehr einwenden. Weiterlesen

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Ghana-Tagebuch Teil 6: Quer durch Accra

Es ist kurz vor Mitternacht, als das Taxi den Parkplatz vor dem Flughafen verlässt. Auf einer mehrspurigen, gut beleuchteten Straße geht es einige Kilometer zügig voran, bis wir in eine dunkle, unheimliche Gegend gelangen. Hier sind nur wenige Menschen unterwegs, die sich an den Barracken herumdrücken und die ich um die Ecken huschen sehe. Eine Ziege, die an der Straße steht, wird vom Taxifahrer weggehupt. Ich bin kein Mensch, der sich schnell fürchtet. Ich säße nicht in diesem Taxi, wenn es so wäre. Doch jetzt gruselt es mich gewaltig. Vor uns stehen drei Männer regungslos am Straßenrand. Zwei stehen links, einer rechts, kerzengerade stehend blicken sie über die Straße hinweg, ihre nackten Oberkörper glänzen feucht vom Nieselregen im Lichtschein eines offenen Feuers. Himmel, die sehen aus, als ob sie auf uns warten. Weiterlesen

Ghana-Tagebuch Teil 5: Am Flughafen

Jetzt sitze ich im Taxi, das durch das nächtliche Accra kachelt und dessen Fahrer wie ein Wahnsinniger ständig auf die Hupe drückt. Oh je!

Im Flughafengebäude hatten sich die Probleme von selbst gelöst. Ich versuchte Kofi anzurufen, aber aus dem Handy tönte nur eine blecherne Stimme: „The person you’ve called is temporarily not available.“ Ich sah mir mein Umfeld genauer an. Ich war der Meinung, mich in der Nähe der Ausgangstür zu befinden. Bei genauerem Hinsehen wurde mir aber klar, dass dies gar keine Tür, sondern nur ein großes Fenster war, das fast bis zum Boden reichte. Die nachfolgenden Passagiere hasteten an mir vorüber, bogen zielstrebig vor dem Fenster rechts ab und verschwanden hinter der nächsten Ecke. Weiterlesen