Scheckbetrug: So zockt die Nigeria-Connection Gastwirte ab – B.Z. Berlin

Gunnar Schupelius: So werden Berlins Gastwirte Opfer der anonymen Nigeria-Connection aus London.

Vorsicht, Internet! Am Donnerstag bekam ich eine E-Mail von „Karl Wendler“, unterschrieben mit „Claudia“. Ob ich „in einer Woche 4.575,- Euro verdienen“ wollte, fragte Claudia. Ich sollte einen Link anklicken. Das tat ich nicht, Karl Wendler und Claudia kamen mir nicht sympathisch vor.

Karl-Heinz König, der Wirt vom Restaurant Vogelweide Bayerische Straße 32 am Olivaer Platz bekam eine raffiniertere Mail und wäre um Haaresbreite Opfer eines großen Betruges geworden. „Hello“, schrieb ihm ein „Gabriel Johnson of Abbott Landscape&Garden Services“, er wolle mit seinen Mitarbeitern in Berlin Urlaub machen. Johnson bestellt einen Tisch bei König, 15 Plätze, fünf Abende, Dezember 2013.

Jeden Abend soll es ein Drei-Gänge-Menu für 30 bis 50 Pfund pro Kopf geben. Johnson bittet König, ihm die Gesamtsumme zu nennen, er will ihm vorab einen Scheck schicken. Auf der Mail steht eine Nummer. König greift zum Hörer, aber Johnson geht nicht ran. König wird misstrauisch. Schließlich findet er heraus, dass Abbott Landscape & Garden Services“ zwar über eine perfekte Seite im Internet verfügt, dass sich dahinter aber keine Gartenfirma befindet, sondern eine Scheckbetrüger-Bande.

Die Masche funktioniert so: Gabriel Johnson aus London oder in einem anderen Fall Maxwell Greene aus Manchester ordern per E-Mail Tische bei Gastwirten in Deutschland und Österreich. Sie schicken vorab einen Scheck, der die vereinbarte Summe um 1.000 oder 2.000 Euro übersteigt.

Fragt der Gastwirt per Mail, warum der Scheck zu hoch ausgestellt wurde, sprechen sie von Irrtum und bitten, die 1.000 oder 2.000 Euro auf ein Konto in London zu überweisen, sobald der Scheck gut geschrieben ist. Wenn die Gastwirte dann die 1.000 oder 2.000 Euro überwiesen haben, stornieren Johnson und Greene ihre Schecks. Nun bucht die Bank die Summe, die über den Scheck gut geschrieben wurde, vom Konto des Gastwirts wieder zurück. Der Gastwirt hat also keinen Cent bekommen, aber 1.000 oder 2.000 Euro verloren.

Johnson und Greene gibt es nicht. Die Namen sind von einem afrikanischen Verbrecherkartell erfunden, das in London beheimatet sein soll. Die Berliner Polizei führt die Gangster unter „Nigeria-Connection“. Viele Berliner Gastwirte seien schon Opfer geworden aber nur wenige hätten Anzeige erstattet. Karl-Heinz König versteht warum: „Das ist peinlich, wenn man auf diese dumme Tour 2.000 Euro verliert.“ Stimmt, aber sollte die Polizei die Wirte dann nicht besser warnen?

via Scheckbetrug: So zockt die Nigeria-Connection Gastwirte ab – B.Z. Berlin.

Advertisements

2 Kommentare zu “Scheckbetrug: So zockt die Nigeria-Connection Gastwirte ab – B.Z. Berlin

  1. Olga sagt:

    Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass diesen elenden Dieben nie die Ideen für neue Betrugsmethoden ausgehen. Kriminalität macht echt erfinderisch.
    Ich finde, es sollte einen großen übersichtlichen Scam-Katalog geben, der stetig mit den hinzukommenden Scam-Arten und Tricksereien aktualisiert wird. So ein Scam-Wiki oder so etwas, der über Schlagwörter mit Google leicht zu finden ist.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s