Was tun, wenn ich merke, dass ich mit einem Scammer in Kontakt bin?

Sie kommunizieren mit einem Kriminellen und daher ist Vorsicht angesagt. Sie sollten den Kontakt sofort abbrechen, keinen Anruf  entgegennehmen, ihn im Messenger und im Mailprogramm blockieren und löschen. Wenn Sie den Kontakt nur löschen, dann kann der Scammer Ihnen noch immer E-Mails senden, daher vor dem Löschen nicht vergessen, die E-Mail-Adresse zu blockieren, so  dass er keine Möglichkeit mehr hat, Sie in irgendeiner Art anzusprechen. Eine  Anzeige bei der Kriminalpolizei macht nur Sinn, wenn Sie einen finanziellen Schaden davongetragen haben. Geben Sie dem Scammer keinen Hinweis, warum Sie den Kontakt abbrechen und woran Sie bemerkt haben, dass er ein Betrüger ist. Ihm würde sofort klar werden, dass er aufgeflogen ist, weil er sich nicht gründlich genug vorbereitet hat. Er wird daran arbeiten, sich zu verbessern um diese Fehler künftig zu vermeiden. Helfen Sie ihm nicht dabei.

Haben Sie einen finanziellen Verlust erlitten, dann sollten Sie auf jeden Fall Anzeige erstatten. Die meisten Betroffenen verschweigen die Vorfälle aus Scham, daher ist die Dunkelziffer hoch und die Öffentlichkeit nicht ausreichend informiert.

Eine sehr gut aufbereitete Webseite der Polizei gibt Hinweise, Tipps und Hilfestellung zum Thema Scamming: http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming.html

Sehr häufig wird die Frage gestellt, ob es sinnvoll wäre, die Romance-Scammer bei den Seitenbetreibern der Partner-Börsen oder sozialen Netzwerken zu melden. Ich vertrete die Meinung, dass man das Profil des Betrügers dem Seitenbetreiber melden sollte, wenn sich das Profil auf einem kostenpflichtigen Partnersuch-Portal befindet. Es kostet dem Scammer Nerven und Geld, wenn er sich immer wieder neu anmelden muss.

Dagegen gehen die Meinungen stark auseinander, ob man Fake-Profile auf kostenfreien Portalen oder in sozialen Netzwerken melden sollte. Wenn so ein Profil gelöscht oder gesperrt wird, dann kostet es dem Betrüger nur wenige Minuten, sich ein neues zuzulegen. Alternativ könnte man den Betrüger in einer Scammer-Datenbank eintragen.

Noch ein Wort zum Thema Öffentlichkeit: In meinen Augen läuft hier grundsätzlich etwas falsch. Es gibt keine Statistiken über die Höhe der tatsächlich Geschädigten, weil die Betroffenen aus Scham nicht zur Polizei gehen und keine Anzeige erstatten. Somit erkennt die Öffentlichkeit nicht die Größe und den Umfang des Problems. Wenn einige Betroffene es allerdings wagen, an die Öffentlichkeit zu gehen, dann werden sie von vielen Menschen als dumme, blauäugige und weltfremde Einzelfälle hingestellt. Sehr schade, dass auf diese Weise der dringend notwendigen Aufklärung entgegengewirkt wird.

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Ein Kommentar zu “Was tun, wenn ich merke, dass ich mit einem Scammer in Kontakt bin?

  1. Karin Fanke-Dütz sagt:

    Ich bin leider auf so einen „Scammer“-Betrüger hereingefallen. Über Facebook stellte er eine Freundschaftsanfrage. Er gab vor, General der US-Armee zu sein, der in Syrien für die UN eingesetzt ist. Nach ein paar Wochen schrieb er, er könne aus Altersgründen jetzt entlassen werden und möchte zu mir nach Deutschland. Er gab mir sogar die E-Mail Adresse der „UN“, auch seine private E-Mail Adresse. Ich solle an die UN eine Mail schicken, damit seine „Stammbox“ oder „Feldbox“ zu mir nach Deutschland geschickt werden könne. Da wusste ich noch nicht, das es so etwas gar nicht gibt! Die angebliche UN verlangte aus Sicherheitsgründen 3 500 €! Die sollte ich an eine Bank in Ghana überweisen. Da die UN mir keine Länderkennungszahl zuschickte, lief die Geldüberweisung über „Western Union“. Die schrieben mir dann zurück: „Wir haben das Geld!“ Erst da wurde ich stutzig über die primitive Wortwahl und habe recherchiert. Außerdem forderten sie noch einmal 6 400 €, die ich zum Glück nicht mehr überwiesen habe! Die E-Mail Adressen und den Mailwechsel habe ich noch gespeichert und habe vor, damit zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten. Ich habe dies nicht aus Liebe getan, sondern eigentlich nur, um zu helfen – aus Unwissenheit!

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