Internet-Betrüger vor Gericht

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Berlin (dpa) Eine Bande von Internet-Betrügern soll mit vorgetäuschter Liebe oder Freundschaft rund 150 000 Euro erschlichen haben. Einer der mutmaßlichen Täter muss sich seit Mittwoch vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der 55-Jährige war aus Sicht der Ermittler als Geldabholer der vermutlich vom Ausland aus agierenden Gruppierung aktiv geworden. Der Angeklagte erklärte zu Beginn des Prozesses, er habe zwar in einigen Fällen Geld abgeholt, in betrügerische Machenschaften sei er jedoch nicht eingeweiht gewesen. Er soll von 15 Opfern, darunter 13 Frauen, Summen von bis zu 32 000 Euro in Empfang genommen und an die Drahtzieher transferiert haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die als Love- oder Romance-Scamming bekannt gewordene Betrugsmasche angewandt wurde. Über das Internet und dabei vielfach über Partnerbörsen hätten die Hintermänner des Angeklagten Kontakt zu den Opfern aufgebaut. Diesen seien Liebe oder Freundschaft vorgegaukelt worden, um dann unter einem Vorwand Geld zu erschleichen. Oft täuschen Scammer nach Angaben der Polizei vor, dass sie das Flugticket für das Treffen in Deutschland nicht bezahlen können. Auch werden Kosten für das Visum oder die Visumserteilung fällig – nicht zu vergessen die so genannte PTA oder BTA, eine Art Gebühr an die Regierung, ohne die man das Land gar nicht verlassen könne, und die bar vor Abflug entrichtet werden muss. Diese Gebühr gibt es offiziell gar nicht.

Die Hintermänner seien bislang unbekannt, hieß es am Rande des Prozesses. Der 55-Jährige, der mehrfach vorbestraft ist und zuletzt als Hausmeister tätig war, schilderte seine Dienste in vier der angeklagten Fälle dagegen als Gefälligkeit. „Wenn ich gewusst hätte, dass es Betrug ist, hätte ich es nicht gemacht“, sagte er.

Nach der Anzeige einer 64-jährigen Frau, die 11 000 Euro übergeben sollte, war das Verfahren ins Rollen gekommen. Der Angeklagte wurde im November 2013 in einem Berliner Hotel festgenommen, als er die Summe abholen wollte. Der Prozess wird am 21. Mai fortgesetzt.

Quelle: Berliner Morgenpost

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Ein Kommentar zu “Internet-Betrüger vor Gericht

  1. Magda HMmelmann sagt:

    Auch ich bin auf englisch über Partnervermittlung ( friend Scout,jetzt Love Scout)
    von diversen “ Absahnern“ um Geldsummen gebeten worden.
    Zum Glück habe ich den Kontakt sofort abgebrochen

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